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Stand: 20. April 2011
Von insgesamt 234 eingereichten Projekten (vier wurden zurückgezogen)
empfehlen wir nach sorgfältiger Prüfung der Einreichunterlagen
und damit verbundenen zahlreichen KünstlerInnen-Gesprächen
in den letzten Wochen und Monaten 27 Projekte für den
Förderzeitraum September bis Dezember 2011 sowie 12 Jahreseinreichungen
für 2012 zur Förderung durch die Kulturabteilung der Stadt
Wien/MA 7.
Weiblich, Jung und Alt, MigrantIn
So könnte der Steckbrief lauten, wollten wir KuratorInnen knapp
unsere Empfehlungen aus der Projektförderung für
den Herbst 2011 beschreiben.
Wir freuen uns, auffallend viele spannende Projekte für Neuproduktionen
vorliegen zu haben und stellen fest, dass beim aktuellen Fördervorgang
vor allem im Bereich Theater für junges Publikum mehr als 20
- inhaltlich, formal, dramaturgisch - zeitgenössisch relevante
Vorhaben eingegangen sind. Aus der großen Bandbreite empfehlen
wir für den Herbst 2011 sieben Projekte, von denen fünf
Projekte von Regisseurinnen realisiert werden, darunter das Musiktheatrprojekt
MOMO von Sara Ostertag (Regie) mit dem Komponisten Hannes
Dufek (Musik) in Kooperation mit dem Festival wien modern, ein Theaterprojekt
über Straßenkinder in Wien der Regisseurin Alev Irmak
(Es war einmal das Kind ...), ein Improvisationstheater-Projekt
mit migrantischen Jugendlichen in den Außenbezirken Wiens
von Georg Schubert (Teams für Wien: Integrationsliga), ein
Projekt des frei arbeitenden Grandseigneurs des Objekttheaters und
Wien-Inspirateurs Peter Ketturkat und ein Projekt zum Thema Arbeit
der Gruppe katinka rund um Ina Theißen (Die faule Prinzessin).
Ebenfalls empfohlen wurde das Projekt von Ein Gespenst namens
Zukunft der jungen Wiener Nachwuchsregisseurin Valerie Kattenfeld,
die mit ihrem Konzept bereits Siegerin des Jungwild-Wettbewerbs
2011 wurde.
Der anhaltend frei und selbstständig produzierenden Grande
Dame des freien feministischen Theaters, Marie-Therèse Escribano,
die heuer ihren 85. Geburtstag feiert, gilt eine Förderempfehlung
für ihr neues Programm Ich bin ein Vorbild.
NS-Geschichte zum Thema hat ein Projekt des Frauen-Teams der Gruppe
Romano Svato rund um Simonida Jovanovic (Autorin), Tanja Witzmann
(Regie) und Sandra Selimovic (Schauspiel), das die Verfolgung
des Sinto-Profiboxers Rukeli aufarbeitet.
In den Bereichen Tanz, Performance und Schauspiel sind einerseits
weiterhin Tendenzen zu kollaborativem und transdisziplinärem
Arbeiten auszumachen, aber auch zunehmende Vernetzungstätigkeit
mit nationalen und internationalen KoproduktionspartnerInnen. Dazu
zählen etwa die Projekte des jungen Tänzers und Choreografen
Simon Mayer (u. a. in Kooperation mit Belgien) und Gin/i Müllers
ausführliche interdisziplinäre Auseinandersetzung zu Telenovelas
und queere Revolutionärinnen (u. a. in Kooperation mit Mexiko)
in Form von Labor-Tagen im Herbst 2011 und einem daran anschließenden
Jahresprojekt im Jahr 2012.
Wir begleiten außerdem Projekte im Bereich Figurentheater
(u. a. das Festival dreizurdritten und das neueste Projekte des
jungen, vielbeachteten österreichischen Figurenspielers Nikolaus
Habjan) und den Aufbau eines internationalen Performance-Netzwerks
von Otmar Wagner und Noah Holtwiesche mit Sitz in Wien (PAN).
Schnittstellen, Reihen, Projekte im Stadtraum Wien
Bei den 12 empfohlenen Jahreseinreichungen dominieren bei
den Einreichungen weiterhin die Bereiche Tanz und Performance an
unterschiedlichen ästhetischen Schnittstellen wie etwa bildende
Kunst und Kunst im öffentlichen Raum Wien (BU!, Cabula6, Chimera)
mit neun Empfehlungen. Zwei Empfehlungen gehen an Projekte mit Schwerpunkt
Sprechtheater (iffland und söhne, Gin/i Müller), eine
an das freie Wiener Musiktheater L.E.O.
Zum Schluss ein Abschied
Nach 30 Jahren intensiver, viel beachteter und impulsgebender Tanztheater-
und Aufbautätigkeit verabschiedet sich das Ensemble Homunculus
unter der Leitung von Manfred Aichinger und Nikolaus Selimov mit
einem Abschiedsprojekt im Herbst 2011.
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