Kuratorium Theater, Tanz, Performance

Kurztexte zu den empfohlenen Projekten für das Frühjahr 2016 (Einreichtermin 15. Juni 2015, Texte stammen von den Künstlern bzw. Gruppen und werden laufend ergänzt)

 

Deborah Hazler/Angry Agnes Productions/Inefficient Authenticity

Inefficient Authenticity or Inauthentic Efficiency/ Research A: Inefficient Body/ The anti-capitalst Dance ist ein Research Projekt, das von Deborah Hazlers persönlichen Empfindungen über Authenzität, Individualismus, Konformität, Effizienz, Produktivität, der demokratische Körper und der kapitalistische Körper, vor Allem in Bezug auf ihren eigenen Tänzerkörper, ausgeht.

Dieser Research soll in zwei Phasen bearbeitet werden. Für die erste Phase möchte Deborah Hazler eine Körperpraxis entwickeln, eine ineffizientes Trainingssystem, welches als Widerstandstraining funktionieren könnte.

Der zweite Teil dieser Researcharbeit will den ineffizienten Körper in Performance untersuchen, mit der vorher entwickelten Körperpraxis als Ausgangspunkt. In dieser Performance, ein Solo, wird die Leistung der Tänzerin/ Choreographin nicht im Vordergrund stehen. Stattdessen  soll das Potential von Inhaltslosigkeit und Zwecklosigkeit als Widerstand zu westliche kapitalistische Tendenzen ausprobiert werden.


Elisabeth Zenz/Artist Street/Das große und das kleine Pfüh

„Das große und das kleine Pfüh“- ist ein Musiktheaterprojekt vom Verein

ArtistStreet in Koproduktion mit der Modeschule Michelbeuern. Zusätzlich

wird ein Hörspiel produziert und Begleitworkshops werden gehalten.

Inhalt: Zwei verliebte Wesen machen sich auf die aufregende Suche nach

einem Pfüh...

Aufführungsort: Dschungel Wien; Zeitraum: Mai/Juni 2016; Cast: Elisabeth

Zenz, Ingala Fortagne, Béla Bufe, Andrea Köhler, Florian Hackspiel;

Regie: Markus Kupferblum; Musik: Magdalena Zenz; Autorin/Buch: Christine

Rettl


Julius Deutschbauer/Ropac Daniel/BuB/ /Theater des Verhinderns/Selbstanzeige

Mit Nada Burtscher, Karin Ferrari, Kerstin Haubold, David Jagerhofer, Heinz Pusitz, Gabriel Schöller, Clemens Stecher, Mario Strk, Bernadette Stummer und Barbara Ungepflegt als Schwarzperformerin

SELBSTANZEIGE versteht sich als Stationentheater, das die immer weiter um sich greifende staatliche Nötigung zur Selbstanzeige zum Anlass nimmt, dieses Bestreben auf die Spitze zu treiben, dieses in Mode gekommene Ritual in Lust zu verwandeln und so einen Wettbewerb der Selbstanzeigen anzuregen. Dabei nehmen wir Anleihen von den Protokollen der Moskauer Schauprozesse bis zur Informationsbroschüre der Wirtschaftskammer Österreich, um so das offensichtlich behördliche Anliegen, ein Volk von Selbstanzeigern herauszubilden, zu unterstützen.

Unser Angebote sind u.a.:, eine Art Speisekarte, die Selbstanzeigen sowie einen Katalog, der Selbstbestrafungen anbietet, um der Phantasie des Selbstanzeigers auf die Sprünge zu helfen; Formulare; die Zeitung Der Selbstanzeiger; Ablasshandel nach kath. Muster; Handel mit weißen Westen und Ruhekissen; Strafumkehr; Zählketten, Selbstanzeigemaschen.

Das Stück beginnt bereits mit dem Lösen der Eintrittskarte: ganz egal, wann man kommt, man hat immer die Arschkarte gezogen. Der Stehsatz vieler Delinquenten „Ich habe darüber keine Wahrnehmung“ kommt regelmäßig über Band. WUK, Währinger Straße 59, 1090 Wien, Saal und Nebenräume, 1. u. 2. 4. 2016, 18 – 23 Uhr.

Anschließend heizt DJ Flagelant mit geiselnder Musik ein.


Lise Lendais/Bühnenspiel/Eine Geschichte von O. & I." (Titel hat  sich verändert!)

 

I. ist die älteste Tochter von A. und K., die Schwester von O., E. und C.. Als A. mit den Griechen nach Troia segeln will, lässt die Göttin D. einen Sturm aufkommen, der die Schiffe in Aulis festhält. Für die Weiterfahrt fordert sie von A. die Opferung von I.. Kurz vor der Opferung entrückt D. jedoch I. aus Mitleid nach Tauris. Als Priesterin dient I. dort einem barbarischen Gesetz und opfert jeden dort landenden Fremden den Göttern. Als eines Tages ihr Bruder O. nach Tauris kommt, erkennen sich die beiden und können durch eine List aus der Fremde fliehen. 

In Eine Geschichte von O. & I. wird der griechische Mythos mit den einschneidenden Ereignissen einer persönlichen Katastrophe verwoben und mit verschiedenen theatralen Mitteln neu erzählt. 

mit I. : Veronika Eberhart / O. : Sebastian Bauer, Nicolas Simeha  / KOMPOSITION : Sebastian Bauer, Veronika Eberhart, Christoph Willibald Gluck / TEXT : Euripides, Johann Wolfgang von Goethe, Nicolas François Guillard, Dr. Ludwig Rauter / REGIE : Lise Lendais / DRAMATURGIE & PRODUKTION : Anna Feldbein & Clara Reiner ÜBERSETZUNG : Isolde Schmitt / TECHNIK : Nadjib Siagh


Ernst Kurt Weigel/das.bernhard.ensemble/WELT.UNTER.MELANCHOLIA

mash up / Jura Soyfer & Lars von Trier

Die Welt geht unter. Eines Tages. Vielleicht Morgen. Das ist eine kosmologische Tatsache! Wie geht man damit um? Die literarischen Lösungsansätze sind mannigfaltig und reichen von rationaler (hier: politischer) Flucht (Soyfer) bis irrationaler (hier: Glaube) Flucht (von Trier), der zumindest die Hoffnung gibt, sich zu transzendieren und als anderes Wesen irgendwie weiterexistieren zu können. Die Hoffnung ist aber nach Nietzsche die schlimmste aller Plagen, die Pandora auf die Erde ließ. Doch was, wenn die auch noch dahinfährt?

Aber abgesehen von diesen „Rettungsphantasien“ existiert jedoch im Menschen auch der innere Wunsch nach radikaler Auflösung, eine Sehnsucht nach Liebe und Tod. Dem Ganzen entrissen, als Teil, hilflos allein, strebt die Melancholie!


Rotraud Kern/fish Inc./where we meet

In where we meet werden Rotraud Kern und Mirjam Klebel den Raum des Dazwischen erkunden. Über den Bezug zueinander und die Teilhabe am anderen Körper werden die physischen Grenzen erweitert.

Der Zuschauer soll an einem fast alchemistischen Prozess teilhaben, der sich über zwei Körper und deren in ständiger Verwandlung befindlichen Zwischenraum vollzieht. In der Auflösung der individualisierten Körper entsteht eine neue Wahrnehmungsebene, die Performer und Zuschauer vereinen soll.


Katharina Greimel/komm kopflos mit bedenken

komm kopflos mit bedenken ist eine choreografische Auseinandersetzung mit Sprache in Form eines Format-Hybrids aus Performance, Lesung und Installation. Bedeutungsverschiebungen in der Sprache werden mit Verschiebungen physischer Positionen im Raum konfrontiert; Textinhalte  ins Verhältnis zu Körper- und Kopfhaltungen gesetzt. Ausgelotet werden Dynamiken zwischen Festlegung und Verlegung von Bedeutung –  zwischen Positionierung und Bewegung – zwischen Unentschiedenheit, Unvoreingenommenheit und Verantwortung.


Akemi Takeya/IMEKA/Lemonism

Akemi Takeya nimmt in ihrer rhizomatischen Performance-Serie "Lemonism" den Körper als materielles Ich in den Blick – in 72 Positionen. Es ist ein Ringen um neue Perspektiven, den Körper darzustellen. Jede der einzelnen Performances, die in unterschiedlichen Kunsträumen stattfinden, folgt dem Prinzip "Lemonism x the ISM" und setzt sich mit einem "ismus" auseinander, welcher Objekt einer körperlichen Untersuchung und mit Takeyas Konzept des "Zitronismus" konfrontiert wird.


Barbara Kremser/Kunst- und Kulturverein Creme de la Kremser/Warten

WARTEN  

Nicht mehr und noch nicht: Warten

Bitte warten. An Haltestellen, auf Bahnhöfen und Flughäfen, im Stau, an der Grenze, im Wartezimmer, auf die Geburt, auf Anerkennung und Bleiberecht, auf den Tod. Auf sie haben wir noch gewartet! Ich setz sie auf die Warteliste, dort können sie abwarten. Warten Sie. Sie waren zu lange inaktiv, lassen sie sich umwarten. WARTEN befasst sich mit der Herrschaftsperspektive von Warten und Wartenlassen: derjenige, der warten lässt, übt Macht auf den Wartenden aus. Der Wartende ist in der Position des Passiven, Abhängigen, Aussichtslosen. Aktuell warten Millionen Flüchtlinge auf Asyl, aber Österreich will keine neuen Asylanträge mehr bearbeiten, sondern sich auf Abschiebungen konzentrieren. Flüchtlinge werden abgeschoben oder in überfüllten Flüchtlingslagern zum Warten gezwungen. Das Warten der Flüchtlinge und das Abwarten der österreichischen Politik sind Thema der Arbeit WARTEN, die im Frühsommer 2016 realisiert werden soll.


Raffaela Gras/kunststoff/Messer Gabel Schere Licht

Ein Tanzstück mit Live-Musik ab 3 Jahren // kollektiv kunststoff

Die Welt zwischen Ja und Nein 

Die Blumenerde aus dem Pflanzentopf mit Begeisterung auf dem Teppich verteilen? Nein! Wackelige Möbelstücke erklimmen? Nein! Nach diesen spitzen, scharfen Gegenständen greifen? Nein! Ein effektvoller Sprung und Schreigesang der Großen, ausgelöst durch nur eine kleine Handbewegung.

Aus der Perspektive der Kleinen kann diese Welt voller Kuriositäten zum großen Abenteuerspielplatz oder zum absurden Irrgarten werden. Es wird geprüft, verhandelt und entschieden. Was ist an diesem "Nein!" so besonders? Wo ist Spielraum zwischen Ja und Nein?


Elisabeth Löffler/LizArt Production/The Audition for the Role of Stephen Hawking

The Audition.... ist eine fiktive Casting Session, geleitet von Nina Gold, der Castingchefin des Films The Theory of Everything. Da Hawking im Film sowohl als Nichtbehinderter als auch Behinderter gezeigt werden soll, entschied Gold schon früh, dass sie sowohl behinderte als auch nichtbehinderte Darsteller vorsprechen lassen wird. Es war eine Frage der political correctness, die in der Öffentlichkeit bekanntlich auch gut vermarktbar ist. Die Absurditäten, die diese fiktionale Audition schafft, konfrontieren das Publikum nicht nur mit Fragen von Behinderung versus Nicht-Behinderung, sondern auch mit dem Begriff des Realen in der Kunst. Welcher ist der richtige Körper für eine Rolle, was ist das Wesen des Type-castens?

Im dritten Teil beispielsweise müssen die behinderten Performerinnen einen „noch behinderteren“ Charakter spielen als sie es real sind. Werden die Zuschauer die Differenz wahrnehmen? Ist es leichter für das Publikum, einen nicht-behinderten Performer auf der Bühne als schauspielend zu akzeptieren, während behinderte Performer tendenziell als sie selbst gesehen werden?


Barbis Ruder/Meow/Barbis in Babeland

Ein Performical

Geschicktes Selbstmarketing ist heute eine unabdingbare Säule einer KünstlerInnenkarriere. In den Persönlichkeiten und „Ich-Agenturen“ der Popstars kristallisiert sich das Selbstmarketing auf eine einzelne Persönlichkeit. Im Hintergrund ein kluger Marketing-Management-Mix, mit ausgeklügelt-inszenierter PR, und Zielgruppen-gerechten Produkten.

Kapitalistische und marktspezifische Mechanismen werden auf künstlerischer Ebene auf Pop-Persönlichkeiten, die wie Unternehmen agieren, projiziert und in all ihrer Komplexität umgesetzt und dargestellt.

Den so kreierten Babes werden Popsongs gemeinsam mit Anna Schauberger (the unused word) auf den Leib geschrieben. Das Solo wird unter dramaturgischer Beratung von Eva Puchner und Tanztraining mit Jeannine Jesch umgesetzt. www.barbisruder.com


Philipp Gehmacher/ mumbling fish  

New Work

Ein Ort, der weder Theater noch Museum an sich darstellt soll Schauplatz werden. Vom Künstler geschaffene Skulpturen und Objekte wie weitere räumliche Eingriffe bilden den Raum, in dem PerformerInnen sich befinden.

Die Arbeit verweist formal wie konzeptionell auf die Konventionen von Aufführung und Ausstellung, vermischt und trennt sie. Inwiefern stellt der Körper als 'Vermittler im Jetzt' die Objekte erst her, verändert gar deren Erscheinung? Wie existiert ein betrachtetes Objekt für sich allein, wie lenken Performende die Aufmerksamkeit auf die Gegenstände? Der eigenen Entscheidung der Anwesenden ist es überlassen, wie lange sie dem Geschehen beiwohnen: punktuell, phasenweise oder vollständig.

Gelingt es, die eine Kunstform in die andere zu übersetzen ohne deren Autonomie per se zu verlieren?


Magda Tothova/PLANET/Ayn is writing Karl a letter, but Karl will never receive it

Die von den KünstlerInnen Magda Tothova und Paul Philipp Heinze entwickelte interdisziplinäre Performance thematisiert den Einfluss der russisch-amerikanischen Autorin Ayn Rand auf die heutige Gesellschaft. Rands Philosophie des Objektivismus proklamiert egoistisches Verhalten und Emotionslosigkeit als notwendige Tugenden für eine funktionierende Gemeinschaft. In Zusammenarbeit mit der Tänzerin und Choreographin Aleksandra Bozek-Muszyńska sowie der Puppenspielerin Suse Wächter wird ein multimedialer Raum entstehen der begehbare Installation und Bühne zugleich ist.


Gisela Heredia/tanz.coop/What a feeling

What a feeling setzt sich mit den Themen Nähe, Distanz, dem körperlichen Ansatz einer Umarmung, ihrer Intention und der Wirkung auf uns Menschen in verschiedenen Situationen, Emotionen, Rituale, Traditionen, Vertrautheit, Religion, Gewohnheiten oder Kulturen auseinander.

Aus diesen unterschiedlichen Gedanken und Inspirationen möchten wir einen Abend gestalten, der gemischte Gefühle von Zusammengehörigkeit und dem Miteinander hervorruft. Etwas poetisch vielleicht - aber vor allem lebendig.


Veronika Glatzner/ KALTE FRAUEN

eine interkulturelle tanztheatrale Gestenstudie zur Geschlechterkonstruktion in Kafkas “Der Proceß”

In KALTE FRAUEN erarbeitet eine Gruppe von SchauspielerInnen aus Österreich, Tschechien, Polen und Georgien eine interkulturelle tanztheatrale Studie, in der, ausgehend von den Frauenfiguren in Franz Kafkas Roman “Der Prozeß ”, Fragen zur Geschlechterordnung, weiblicher Selbstbestimmung und kultureller Identität aufgeworfen werden.

Als installatives Stationentheater konzipiert, bewegen sich die ZuschauerInnen frei in einem leerstehenden Haus, in dem ihnen Figuren und Szenenfragmente aus dem Roman “Der Prozeß” begegnen.

Vor dem Hintergrund der unterschiedlichen kulturellen Hintergründe der Darstellerinnen beleuchtet KALTE FRAUEN die antipatriarchalen Potenziale Kafkas und die Subversivität und geschlechtliche Ambivalenz sowohl der Frauenfiguren als auch des männlichen Protagonisten. Ausgehend von der Annahme, dass „der Kodex der Gesten“ (Walter Benjamin) einen zentralen Schlüssel zu Kafkas Werk darstellt, erforscht KALTE FRAUEN das Gestenrepertoire der Figuren des Romans in ihrer Verfremdung, Verzerrung und Widersprüchlichkeit, um Geschlechteridentität im Roman und als dominante gesellschaftliche Ordnung zu befragen.

Verein: TEMPORA Konzept/Regie Veronika Glatzner Choreographie Anna Knapp SchauspielerInnen: Anuschka Grigalaschvili, Marketa Richterova, Julia Schranz, Halka Tresnakova


Ludvik Kavin / „Mitteleuropäisches Theaterkarussell 2016“

im Theater Brett ist ein Projekt in dessen Rahmen ein internationales Theaterfestival mit Theatern und Künstlern aus Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei durchgeführt wird. Zudem wird eine international besetzte Theaterproduktion entstehen - SommerTheaterKarussell (Arbeitstitel - STILLE LAUTE/LAUTE STILLE). Das „Mitteleuropäische Theaterkarussell“ will die kulturellen Traditionen und zeitgenössischen Entwicklungen vermitteln, um das Eigene in der fremden und das Fremde in der eigenen Kultur wieder erfahrbar zu machen.


Sabine Mitterecker/Theaterverein THEATER.PUNKT/ DER AUGENBLICK. Reisen durch den unbekannten Alltag

Ein Theaterabend nach der gleichnamigen Reportagensammlung von Gabriele Goettle.

Mit Nicole Coulibaly, Heidi Leupolt, Alexandra Sommerfeld

In den Reportagen berichten 26 Frauen aus ihrem Berufsleben als Sozialarbeiterin,

Altenpflegerin, Gerichtsmedizinerin etc. und zeigen die sozialen und ethischen Bruchstellen in der Gesellschaft – Tabuisierung von Altern und Sterben, Unterschiede aufgrund von Herkunft und Geschlecht, Isolation infolge von Arbeitslosigkeit, etc.

Leichtigkeit und Individualität der Sprache laden ein zum theatralen Verdichtungsprozess, angereichert durch aktuelle Textsplitter und Zitate aus Werken klassischer und zeitgenössischer AutorInnen.


Christoph Bochdansky (Verein Figuren Spiel Morpheus) und Figurentheater Wilde & Vogel/Die Empfindsamkeit der Giganten

Zwei große Persönlichkeiten der Kunst und Geistesgeschichte stehen im Mittelpunkt unserer Betrachtungen.

Sigmund Freud und Leonardo da Vinci, vereint  in der Fallstudie von Sigmund Freud „Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci.“

Ein Meister der inneren Erscheinungsformen trifft auf einen Meister der äußeren Erscheinungsformen.

In Zusammenarbeit mit dem Figurentheater Wilde und Vogel aus Leipzig, werden wir verschiedene Behauptungen der Fallstudie, der man ihr alter mitunter auch anmerkt, ironisch betrachten. Szenische, dramatische Umsetzungen werden Kommentare gegenübergestellt, die eher von einem nüchternen Journalisten, bzw. auch aus einem Straßeninterview stammen könnten.

Es soll dem Stück die Idee des Essays zu Grund liegen.


Michael Turinsky/Verein für philosophische Praxis/ Second Skin - Kurztext

Ausgehend von einigen verstreuten Überlegungen des französischen Philosophen Gilles Deleuze sowie von einigen Topoi der rezenten Queer Theory, thematisiert die solistische Arbeit „Second Skin“ das Verhältnis von Oberfläche und Tiefe, von Hülle und Eingehülltem in ihrem Bezug zu Körperwahrnehmung und Begehren. Besonderes Augenmerk soll dabei dem „Außen“ des Körpers in seinen verschieden Facetten gelten, dem kulturellen Raum der diskursiven Praktiken, dem Theater-Raum, dem Klang- und Licht-Raum, der Kleidung, dem Spiegel sowie dem Blick und der Haut des Anderen.


Ülkü Akbaba/Theater IODO

Lass die Wolken ziehen... /...Bakarsın Bulutlar Gider

Eine junge Frau im islamisch-konservativen Milieu der Stadt bekommt unerwartet Besuch. Ein fremder Mann überbringt ihr den Brief ihres kürzlich verstorbenen Ehemannes. Diese Begegnung zerstört nach und nach alle Gewissheiten ihres sorgsam geordneten Lebens, das aus Konsum und Alltags-Religiosität besteht ...

Die Uraufführung von Özen Yulas Stück wurde in Istanbul über die Grenzen der weltanschaulichen Lager hinweg zum Erfolg. Ülkü Akbaba hat es übersetzt und realisiert die Wiener Aufführung gemeinsam mit zwei SchauspielerInnen in beiden Sprachen.


Philipp Ehmann/Verein zur Förderung zeitgenöss. Theaterstücke/Andauernde Freiheit

"2016 markiert den 15. Jahrestag der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und den Beginn des "Kriegs gegen den Terror". 

Andauernde Freiheit beschäftigt sich mit den menschlichen Geschichten hinter den Statistiken, und zeigt die schleichenden und unerwarteten Einflüsse globaler Ereignisse auf unser tägliches Leben, indem es die Freiheiten die wir unseren Staaten einräumen, welche aber Einzelnen verboten werden hinterfragt... Das Stück versucht über 4 Personen mit unterschiedlichen Hintergründen und sozialen Begebenheiten ein differenziertes und komplexes Bild des Terrorismus und unseren gesellschaftlichen Umgang damit zu zeichnen und somit mehrere Sichtweisen aufeinander prallen zu lassen. "


Joanna Godwin-Seidl/vienna theatre project/The Invisible Hand (von Ayad Akhtar)

"Im fernen Pakistan erwartet Nick Bright sein Schicksal. Als sehr erfolgreicher Manager einer großen Investment Bank, wird er von einer Islamischen militanten Gruppe entführt. Mit keinen Verhandlungs-Aussichten für seine Freilassung, beschließt er die Sache in die eigene Hand zu nehmen. Voll von zweifelhaften Allianzen und moralisch zwielichtigen Verhandlungen, stellt diese Europa-Premiere auf ironische Weise einen erschreckenden Einblick, in wie weit ein Mensch zu gehen bereit ist, um zu überleben oder für seinen Glauben zu kämpfen und die daraus entstehenden Folgen. Der Zeitgeist dieses Stückes untermalt den Kampf zwischen Geld und Moral."


Mario Höber/Zeitgleich/LOST_INN – staging grief

Konzeption/Raum/Setting: hoelb/hoeb

Philosophie/Diskurs: Thomas Macho

Dramaturgie/Performance: Anja Quickert

LOST_INN wird einen vielschichtigen Resonanzraum für Trauer, Abschied und Verlust eröffnen und ein Potenzial für Begegnung und Austausch zur Verfügung stellen – aber auch dem Abwesenden, Verlorenen ein zumindest temporäres Gedächtnis sein. Ein atmosphärisch verdichtetes Raumgefüge, in dem die Verhandlung sozialer Prozesse in einem Spannungsfeld zwischen Kunst und Alltagsrealität stattfindet. Es will neue Denk- und Handlungsräume schaffen – auch für die Auseinandersetzung mit dem jeweils eigenen Tod. „Jeder scheitert, ausschließlich jeder, solange der Tod nicht abgeschafft ist“, erklärt Carl Hegemann mit intextuellem Verweis auf Bazon Brock. „Diese antiutopische Gewissheit, dass am Ende jedes einzelnen Menschen, die Katastrophe des Verschwindens aus der Welt steht, der „Weltuntergang“ (Heiner Müller), muss eine Gesellschaft, der es ausschließlich um Gewinn und Erfolg geht, ignorieren. Sie kann im Theater, wenn es sich als Heterotopie begreift, reflektiert werden.“


Sabine Maringer/Zirkus der Träume – Theater im Park

*Zirkus der Träume*,
ist Straßentheater im Park, nachmittags, einfach so, kostenlos und mehrsprachig für all jene die gerade da sind.
Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen die Menschen nach dem Winter in die Parks locken, zieht auch der *Zirkus der Träume* los. 
Wenn der Zirkuskoffer auftaucht und seinen Deckel öffnet, schlüpfen, rollen und kugeln seine Geschichten und Figuren aus allen Ritzen und Kanten auf die Gasse zwischen Bäume und Bänke und erzählen von Mut, Hoffnung und von Träumen die wahr werden wollen.

Alle beteiligten Künstlerinnen arbeiten auf der Straße oder sind auf nationalen oder internationalen Straßentheaterfestivals vertreten,
denn wir finden: Theater auf der Straße ist Theater mitten im Leben!

 

 


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