Kuratorium Theater, Tanz, Performance

PROJEKTFÖRDERUNGEN HERBST 2014 – Beschreibende Texte der Künstler

 

Bärbel Strehlau/Goodbye Europe! II - UNTER TAGE – Eine politisch – groteske  Theaterproduktion von [artfusion] Bärbel Strehlau, Jakob Beubler & Gästen

„Goodbye Europe! II - UNTER TAGE -“ ist Teil eines theatralen Tryptichons, das den Diskurs zur europäischen Krise anhand zweier historischer Ereignisse des 20. Jahrhunderts weiterführt. Das Stück thematisiert den Beginn des ersten Weltkrieges und den Fall des Eisernen Vorhangs, der einen tiefen Graben zwischen Ost und West hinterlassen hat. Vor dem Hintergrund der aktuellen Konflikte in Europa, scheint diese Wunde wieder aufzuklaffen. UNTER TAGE – zeichnet einen dystopischen Schauplatz und sucht das Darunter, sucht in der Tiefe des Grabens, nach verschwundenen Utopien, Ideen und Werten. Bohrt in der Wunde.  Ausgehend von 1989  wollen wir die verschüttet gebliebene Vergangenheit Europas zutage fördern. Entgegen dem Vergessen suchen wir in den nicht verarbeiteten Traumata der Geschichte und  der eigenen europäischen Identität, eine Erklärung - wie das Scheitern der Europäischen Union zu einer Befürchtung werden konnte.

[artfusion] führt in seinen Projekten verschiedene KünstlerInnen und Genres zusammen und sucht in seinen Arbeiten, wie auch schon im vorangegangenen Projekt: „Goodbye Europe! – oder wie ich den Mauerfall verpennte“ einen Bezug zur aktuellen politischen Situation und führt auf intermedialer und interdisziplinärer Ebene einen gerade jetzt so wichtigen Diskurs über „unser“ Europa.


Aktionstheater Wien/Pension Europa (Uraufführung; Premiere: Mitte November in der Garage X)

Konzept, Regie: Martin Gruber, Text: Ensemble und Claudia Tondl, Musik: Peter Herbert, Songs: Aisha Eisa, Dramaturgie: Martin Ojster, Video: Felix Dietlinger, Regieassistenz: Annina Weiss, Mit: Michaela Bilgeri, Susanne Brandt, Aisha Eisa, Alev Irmak, Isabella Jeschke, Kirstin Schwab.

Ein Abend für 6 Frauen auf der verzweifelt-aberwitzigen Suche nach einer Vision. Pur, nackt, manchmal poetisch, aber ungemein kraftvoll wird Alltägliches ohne Scheu analysiert und diskutiert. Und es werden Fragen gestellt: Welche Relevanz hat ein Einzelschicksal im vermeintlichen Großen? Welche Relevanz hat das, was ich tue? (z.B. Theater spielen „It´s hard to do a performance in Austria, we are not suffering enough“). Wo liegt die eigene Selbstbestimmtheit?  Und muss immer alles einem großen Ganzen untergeordnet sein? Wann ist Unkorrektes korrekt, und wo liegt da die Grenze? Und wer fühlt sich drinnen (in Europa) und wer draußen? Wahrhaftige Bekenntnisse und verdichtete Geständnisse, skurill-witzig, tragisch und mitten aus dem Leben. Manchmal gnadenlos, manchmal versöhnlich. Alles eine Frage der Perspektive.

Theater, das ist immerzu ein Lebensentwurf: Momentaufnahmen aus dem Leben, die sich aus den Versatzstücken des Alltags zu einem Bildband des Empfindens formen – sei es um der moralischen Versuchsanordnung willen, sei es aufgrund seiner ästhetischen Wundertüte, aber um eines geht es dabei immer: die Schlachtfelder des Lebens.

Das aktionstheater ensemble wagt nun den Spagat, diese Schlachtfelder nicht nur aufzuzeigen und wirksam nachempfinden zu lassen, sondern vielmehr den Erfahrungsraum aufzustoßen, was denn diese Schlachtfelder beim Einzelnen zurücklassen: Das Geworfensein auf sich selbst, in einer Welt der Egozentriertheit, die eigentlich keinen Platz für so viele Egos hat – Auge in Auge mit der eigenen Fehlbarkeit. Und damit liefert dieses Theater auch mehr oder minder Überlebensstrategien, die bereits von vornherein zum Scheitern verurteilt sind: Ausbruchsversuche, die sich ob des gesellschaftlichen status quo zwischen Heim und Heimatlosigkeit, Solidarität und Solitär, Ich-sein und Anders-sein regelrecht selbst zementieren.


Mirela Baciak/VEREIN APPENDIX/BEFORE GESTURE MADE US WILD…

Die Performancearbeit  "Before gesture made us wild..." beschäftigt sich mit Gesten, die innerhalb der Pop- und Fernsehkultur als besonders weiblich gelten. Sechs internationale Künstlerinnen interpretieren mehrere Talkshows, die sich um banale Probleme des Alltags drehen und kulturelle Vorurteile bedienen.

Welche Verschiebungen in der Gestik und Artikulation werden benutzt, um das Bild einer modernen Frau entstehen zu lassen? Wo vermischen sich die Grenzen kultureller Begrifflichkeiten und wo werden dabei gesellschaftliche Kodierungen missachtet? Wie schließlich definiert sich Weiblichkeit und das "als-Frau-Funktionieren-im-Alltag" in der heutigen Popkultur? Anhand solcher und ähnlicher Fragen gehen die Künstlerinnen dem Imaginären, Symbolischen und Realen in dem von ihnen gesammelten Bild- und Videomaterial nach und versuchen die einzelnen Gesten, die die Protagonistinnen in den TV-Formaten als besonders weiblich einsetzen, zu abstrahieren und umzudeuten. 

Before gesture made us wild... wird im Sommer 2014 erarbeitet. Die Premiere ist für Mitte-Ende November 2014 im naDa Lokal Wien geplant.


Tanja Witzmann/Auf Grund/die hölle ist auch nur eine sauna

von Katja Brunner; Regie & Dramaturgie: Tanja Witzmann; Musik: Imre Bozoki – Lichtenberger & Moritz Wallmüller; Bühne & Kostüm: Birgit Kellner; Mit: Veronika Glatzner, Sissi Noé, Martin Hemmer, Markus Schöttl

Im Universaldorf der UniversaldörflerInnen entfaltet sich, von einer Amazone kommentiert, ein sprachgewaltiges Panoptikum der Übergriffsgeschichte, das bei Adam und Eva beginnt, sich um Capatin Smith und Pocahontas erweitert, das die „Geschlechtskrankheit Frau“ im vorchristlichen Rom seziert, und mit Neonscheinwerfern die Gegenwart ausleuchtet. Das Universaldorf ist derartig universal, dass es eine Freude ist. „Die da Unten“ wohnt mit ihren 5 von 12 Kindern im Keller, und schickt ihren Sohn Hermi, einen liebenswerten Hermaphrodit, ans Licht, der allen Normierungsversuchen zum Trotz, die Utopie jenseits der Geschlechter anstimmt.

Katja Brunner (*1991) Mühlheimer Dramatikerpreisträgerin, Nachwuchsautorin des Jahres 2013, wurde mit mit diesem Stück für den Heidelberger Stückemarkt nominiert.


Frans Poelstra/BU!/Die Liebe, ihr Tod und sein Lebensberater

Ein Konzert mit einem....Ende

Gabriela Hiti (Theater im Bahnhof), Norbert Wally (The Base) aus Graz und der Holländer Frans Poelstra (united sorry) aus Wien trommeln eine neue Band zusammen – “Die Liebe, ihr Tod und sein Lebensberater”. Sie bauen Klangwelten aus Liedern, aber die Stille lieben sie auch. Sie besingen die Liebe, das Leben und sie beseufzen das, was danach kommt. Sie wissen, dass auf Sonnenschein Regen folgt. Wenn man ja sagt zur Liebe, dann muss man auch den Tod mit einem Hallo begrüßen. Denn das Ende eines Konzerts ist ebenso glamourös wie der Beginn. Styling: Johanna Hierzegger, Anke Philipp, Robert Steijn; Light Design: Sabine Wiesenbauer


LISE LENDAIS / BÜHNENSPIEL / PIED-NOIR

Meine Familie väterlicherseits gehört zu den sogenannten „Pied-Noir“ – Franzosen aus Algerien, die nach der algerischen Unabhängigkeit 1962, ins Mutterland Frankreich zurückgeführt worden sind. Mein Vater war zu dieser Zeit 16 Jahre alt, sein eisernes Schweigen dazu, und zum Projekt selbst, wurde zum ästhetischen Auslöser für PIED-NOIR.

PIED-NOIR ist ein theatraler Vorschlag über die Geschichte der europäischen Algerier und ihre verbliebenen Spuren. Französisch-Algerien ist ein Land, welches nicht mehr existiert – es ist ein Mythos, das ich in einer Theaterfabel de- und re-konstruiere. 

Ein Spiel zwischen Zeugenschaft und leibhaftigen Gesang für eine Schauspielerin und einen Opernsänger, eine stimmliche und körperliche Allegorie für ein imaginiertes Land.

Mit: Anna Feldbein, Andreas Lendais, Isolde Schmitt, Nicolas Simeha, Johanna Tomek



Elisabeth Tambwe/DIG UP Production/Symposium

„Symposium“ von Elisabeth Bakambamba Tambwe setzt sich mit der heutigen Geschichtsschreibung auseinander und hinterfrägt dabei deren Funktionsweise, um dem selektiven Vergessen auf den Grund zu gehen, welches von unschuldigem Nichtwissen weit entfernt ist: Ist sie doch der Grund dafür, dass wir annehmen, Europa sei dem Rest der Welt weit überlegen. Ausgelöschte und verdrängte Bereiche der Geschichte sollen ans Licht gebracht werden. Ein Performance-Projekt, das als pathologische Studie über die zerstörerischen Folgen der Verleugnung gesehen werden kann.


Akemi Takeya/IMEKA/Little Stories about SOS

This project is set up as a performance exhibition. In a symbolic order, the piece suggests “emergency” in a limited time frame and in various forms of irony, transforming it into creative processes - the body as a symbolic model. It describes certain cases of “situated action”, featuring “ Graphic Animation “ movies based on the 32 original combinations of S.O.S. - whose progress runs parallel with the written “Performance Recipe Book” as an instructions for both, the group piece at first developed in form of a research project, and the solo piece to be premiered at ImPulsTanz 2014.


Simon Mayer/Kopf hoch/Sunbengsitting 2

Zweng unsan singa do, deaf se neamt grimma

deaf se s Herzal neamt zreißn und an Schnurbart o beißn

und de Nosn verziagn - hob stad -, denn dös wa jo wirklich fad.

Denn won s schöli wuat. Stands eam nimma so guat.

 

Intimität, Volkstanz, Paschen, Von Berg zu Berg, Juchazn, Vorurteile,

Experimentelle Klänge, 5 Männer, Volksmusik, Gruppentänze, 5 nackte Männer,

neue Perspektiven, Schuhplatteln, Manipulation, Bauerndisko,

Aschermontag, Palmdienstag, Karmittwoch, Palmdonnerstag,

Faschingsfreitag, Pfingstsamstag, Karsonntag und aus.


Deborah Hazler/Raw Matters – Ein ungeschliffener Tanz und Performance Abend

 

Der Raw Matters – Ein ungeschliffener Tanz und Performance Abend bietet KünstlerInnen aus den Bereichen Tanz und Performance die Möglichkeit Ideen und Experimente vor Publikum zu zeigen. Im Zeitraum von September bis Dezember 2014, wird der Kinosaal des Schikaneders jeweils einen Montagabend im Monat zu einem Ort an dem nicht das fertige Produkt, sondern das Unfertige, Rohe und zugleich Fragile im Vordergrund steht. Jeweils 4 KünstlerInnen/Gruppen teilen sich einen Abend, wobei ihre Arbeiten im Anschluss bei Speis und Trank mit dem Publikum in ungezwungenem Austausch diskutiert werden können.


Raul Maia/La Cagada/While at

“While at” deals with the friction and coexistence of “materials” which are conceived and performed autonomously to each other, but made to exist at the same time, in the same space. It lives from the poetic duality of what is coincidental and what is premeditated in the relations between these materials and the performers. It aims at subconsciously materializing the in-betweens of our thought into what could be called a “physical opera” within the absurd universe of the Strauss Waltzes.


Donald Padel/MIMAMUSCH

 

MIMAMUSCH ist nahe am Zuschauer gelebtes Theater und findet seit 2006 jährlich statt.
Während sich die BesucherInnen im Hauptraum bei Musik und Bar vergnügen können, werden verschiedene Kurztheaterstücke in den Separéebühnen mehrmals pro Abend parallel dargeboten. Mit mehr als 4.500 BesucherInnen und 10.000 Einzelbesuchen von Kurztheatervorführungen ist MIMAMUSCH Österreichs größtes Festival im Bereich der OFFStage-Szene und wird von einem internationalen KünstlerInnenensemble getragen. 


Neumeister/moki Kindertheater/Der Weiße Planet

 

Toleranz und Gleichberechtigung siegt über Vorurteile – Ein Weltraumabenteuer mit viel Schwung und Musik.

Weit entfernt von unserer Erde, in einem fernen Sonnensystem, liegt der Weiße Planet. Die weißen Kinder dort spielen nichts lieber als Planetenball. Sie sind so stolz auf ihren Sport, dass es für bunte Kinder von einem benachbarten Stern unmöglich ist, in die Mannschaft aufgenommen zu werden. Und genauso ergeht es den Mädchen, selbst den weißen. Doch Blitzweiß, ein guter Planetenballspieler, der mit bunten Buben und weißen Mädchen nie in einer Mannschaft spielen würde, hat nicht mit Planetopus Luftikus dem 2014-ten gerechnet, einem guten Geist, der immer dann zu Stelle ist, wenn man ihn braucht. Und der bunte Andreas und das Mädchen Weißlöckchen haben Hilfe dringend nötig, denn sie möchten so gerne beim Finalspiel um die Planetenballmeisterschaft dabei sein. Planetopus Luftikus muss tief in seine Trickkiste greifen, um Vorurteile und Intoleranz verschwinden zu lassen und der Freundschaft zum Sieg zu verhelfen.


Melika Ramic/motschnik/MOMENTS OF CHILDHOOD ab 7 Jahren

 

Ein Mädchen.

Es spielt, es lacht, es tanzt.

Es liegt im Bett und kann die Bettkannte mit ihren Füßen nicht berühren.

Es weiß aber, dass dies eines Tages möglich sein wird. Und dann wird alles anders sein.

 

Daneben eine Frau.

Sie lacht, sie tanzt, sie erinnert sich.

Sie liest einen Brief, den sie an sich selbst geschrieben hat, als sie ein Kind war.

 

Moments of Childhood handelt von den Besonderheiten der Kindheit.

Es ist eine Inszenierung über kindliche Freuden und die Fähigkeit, die kleinen und einfachen Dinge zu genießen. Die Fähigkeit, den Zauber im scheinbar Verborgenen zu sehen und vollkommen im Moment zu verweilen. Aus den Perspektiven eines Kindes und einer Frau werden Geschichten übers Erwachsenwerden und Kindsein erzählt. Geschichten voller Poesie, voller Bewusstsein. Geschichten über Zwischenräume und den Fluss der Zeit.

Die solistischen Choreografien stehen nicht nur nebeneinander, sondern im Dialog. Die Performerinnen beobachten einander, sind die innere Stimme der anderen, die Erinnerungen und Projektionen der jeweils anderen.

(Uraufführung im Dschungel Wien, Regie: Melika Ramić)


Paola Aguilera/Plaisieranstalt/Alltagsgeschichten

 

„Der Alltag ist grau, das Leben ist bunt.“ Sagt man. Aber warum machen wir uns den  Alltag nicht auch bunt? Warum nicht einfach eine Rakete bauen, einsteigen, abheben und schauen, was für Abenteuer im Wohnzimmer auf uns warten? Was gibt es auf dem weit entfernten Planeten Badezimmer zu entdecken? Oder in der Küche, auf der Straße, am Spielplatz? Ist das tatsächlich ein Wäschekorb oder möglicherweise ein Raumschiff? Kehrt man mit einem Schneebesen Schnee oder macht man damit Musik? Kann man eine Banane wirklich nur essen oder kann man damit vielleicht auch telefonieren? Oder Trompete spielen? Oder durch die Lüfte fliegen? Oder ...


Otmar Wagner, Lars Schmid/AKTION AKTUELL

Mit AKTION AKTUELL planen wir zunächst drei Ausgaben eines performativen Nachrichtenjournals, die ab Oktober 2014 „live im Studio“ gezeigt werden. Eine Aufzeichnung des Journals wird anschließend im Internet veröffentlicht. AKTION AKTUELL ist sowohl Performance-Art als auch Internet-Fernsehen, ein Hybrid aus verschiedenen Medien, Kunstformen und Produktionsweisen.

Wir beabsichtigen, die strenge journalistische Form des öffentlich-rechtlichen Fernsehens mit allen ihr impliziten Details als performative Kunst-Form zu behaupten: Es wird Nachrichtenblöcke, Videofeatures und Gastkommentare geben, natürlich auch Sport und Wetter. Allerdings geht es uns in unserer Untersuchung der ‚Industrialisierung des Bewusstseins‘ durch massenmedialen Nachrichten-Maschinen weder um Reproduktion noch um satirische Überhöhung des Materials, sondern um Blick- und Perspektiv-Verschiebungen, Ver-Rückungen, Nach-Richten von Nachrichten. Wir setzen voraus, dass Nachrichten im Wesentlichen Konstruktionen von Wirklichkeit sind statt „Fenster zur Welt“. Deshalb werden wir uns erlauben, selbst Ereignisse zu schaffen, sowie Nicht-Geschehenes ‚in die Welt‘ zu setzen, um darüber zu berichten.


onemorequestion / Joonas Lahtinen u.a. / YOYO – You are On Your Own

YOYO – You are On Your Own ist eine skurrile und zugleich nachdenklich stimmende Performance, die den Besucher in die Welt der Preppers und Survivalists einlädt. Joonas Lahtinen und sein Team präsentieren in einem Luftschutzbunker den Prototypen einer Bunkereinrichtung, bei dem nicht nur das rein körperliche Überleben im Vordergrund steht, sondern auch die mentale Gesundheit in einer Katastrophensituation sichergestellt werden soll. Eine absurde Performance, die dennoch von fundamentalen Ängsten getragen wird. (Künstlerische Leitung, Konzept: Joonas Lahtinen; Performance, Konzept: Mikko Niemistö; Bühne, Lichtdesign, Konzept: Eero Erkamo; Produktion, Dramaturgie: Luzie Stransky; Soundtechnik: Andreas Wiesbauer)

YOYO – You are On Your Own ist eine internationale Koproduktion zwischen Punatonttu – Verein zur Förderung performativer Projekte, Kiasma-teatteri/URB 14 Festival und brut Wien.


Barbis Ruder/Verein Meow/ART WORK OUT

 

ART WORK OUT ist eine Performanceserie von Barbis Ruder und setzt sich aus Performances, Skulpturen, und Objekten zu Installationen zusammen.

Das performative Training im Laufen/Vermessen, Yoga und Pole Dance fokussiert sich allerdings entgegen dem Fitnesswahn an menschlich-fehlerhaften Aspekten, fremdbestimmten Körperbildern, verqueren Perfektionsansätzen und dem Ausbruch aus der Form.

Die Performances werden als eigenständige Trainingsprogramme entwickelt und als inszeniertes Training z.T. mit weiteren Performer_innen und dem Publikum im WUK umgesetzt. 


Anna Schober/Schwarzes Schaf von Ascanio Celestini

Uraufführung, Romandramatisierung

 

Eine arme Schäferfamilie in den Abruzzen hat den Anschluss an das Wirtschaftswunder versäumt. Der jüngste Sohn Nicola, in dessen Geburtsjahr die Mutter verrückt geworden ist, wächst bei der Großmutter unter unzeitgemäßen Umständen auf. Als Zehnjähriger wird er Zeuge einer Gewalttat seiner Brüder. Die Brüder gehen frei, Nicola landet in der Irrenanstalt. Dort macht er sich am Tod eines Schulkameraden schuldig und verwirkt damit jede Chance auf Entlassung. 35 Jahre später trifft er bei einem Freigang seine Kinder-Liebe Marinella, die gleichzeitig Beschäftigte, Konsumentin und Bewohnerin des Supermarktes ist und somit in einer vergleichbaren Situation wie Nicola.


Lena Wicke-Aegenhyster/Staatsaffaire/Performancereihe Stimmkörper

 

Ausgehend von Szenenmomenten der Musikperformance ‚MONSTERFRAU gegen Marduk‘ (2013) und dem SupportAct für die Goldenen Zitronen (2013) geht Wicke-Aengenheyster dem Verhältnis von Stimme und Körper in einer Reihe Performances mit je spezifischem Fokus auf den Grund: Stimmkörper, der Stimme Körper, die Pluralität von Stimmkörpern, die Stimme jenseits von und im Spiel mit Schönheitsidealen, öffentliche und nichtöffentliche Stimmen, der Text werdende Stimmkörper und die Antistruktur, die fremde Stimme und die Stimmen im Dazwischen.


Nika Sommeregger/Theater ISKRA/MALKA MAI

 

Malka ist sieben Jahre alt. Gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Minna und ihrer Mutter, einer Ärztin, lebt sie in einem polnischen Dorf an der ungarischen Grenze. Ihre Mutter fühlt sich ziemlich sicher, dass ihnen nichts Böses geschehen wird, denn Ärzte werden immer gebraucht, denkt sie. Auch Nazis benötigen medizinische Hilfe. Doch es ist 1943 und Hanna Mai irrt folgenschwer. Sie wird von „der Aktion“ der Deutschen überrascht, flieht überstürzt mit ihren Töchtern in die Berge. Zu Fuß wollen sie nach Ungarn gelangen. Auf der Flucht aber erkrankt Malka nach wenigen Tagen. Ihre Mutter beschließt, Malka bei Schleppern zu lassen, die sie nachbringen sollten und geht mit Minna nach Ungarn. Die Schlepper jedoch setzen Malka auf der Straße aus und so macht sich das Kind alleine auf den Weg. Malka versucht, so gut es geht, den Wahnsinn zu überleben, schläft in Kohlekellern, wird Zeugin von Erschießungen und erkrankt erneut. Diesmal an Typhus und überlebt auch das. Als sich ihre Mutter schließlich aufmacht, sie in Polen zu suchen und sie zu retten, da ist Malka (= poln. die Kleine) innerlich längst keine sieben Jahre mehr alt und sie erinnert sich nur noch an eine Frau Doktor, die einmal ihre Mutter war.


Editta Braun/Timbuktu/egal – equal TanzKosmos 14

 

Vom 25. bis 29. 11. präsentieren beim TanzKosmos-Festival egal – equal Männer und Frauen, Heteros, Lesben und Schwule aus Wien oder anderswo gleichberechtigt nebeneinander Tanz, Akrobatik oder Performance, mit Text oder ohne, als Solo oder gemeinsam, improvisiert oder durchchoreographiert.

Equal: gleichwertig, aber alles andere als gleichgültig!

MANPOWER, RISKS und POLITICS sind die drei Abende betitelt, in denen u.a. Helene Weinzierl und die editta braun company (Salzburg), rootlessroot (Griechenland) und Dante Murillo (Kolumbien; Wien) ihre neuesten Arbeiten vorstellen. 


Julia Danzinger/Verein house of motion/Drifting towards non-existence 

 

Die Erstversion namens „Was ist, wenn nichts mehr ist“ wurde 2012 in Kollaboration mit dem Textil-/Flächendesigner und Musiker Florian Fusco im Rahmen der Werkstück Residenz am Tanzquartier Wien uraufgeführt.

„Drifting towards non-existence“ wird das Grundkonzept weiterspinnen, die choreographische Gestaltung und Dramaturgie jedoch komplett aufbrechen und erweitern. Die musikalische Live-Installation von Stefan Voglsinger wird dafür grundlegend sein.

Die Performance behandelt die Repräsentation des Ichs im Realen und Digitalen und drückt sich stark durch seine entrückte, verschobene Körperlichkeit aus.


Das Mass der Dinge von Neil LaBute/ Künstlerische Leitung: Patrick Rothkegel, Julian Vogel

Produktion und Dramaturgie: Sophie Schmeiser; Bühne: Luke Baio/Dominik Grünbühel; Konzept: Bankett

Mit: Robert Finster, Sophie Resch , Liliane Amuat, Bastian Parpan

Ein Theaterabend in Ausstellungsformat

Die Führung beginnt. Bleiben Sie hinter der Absperrung und betrachten Sie das erste Objekt:Sprühlack auf Marmorskulptur an fragwürdiger Stelle
 – Das ist Vandalismus!
 – Unsinn, das ist ein Statement
 – Jetzt lassen wir das doch. Möchte jemand Nachtisch?
 – Ich kann das Wort  Penis sowieso nicht in den Mund nehmen.

Nehmen Sie Anstoß und lassen Sie sich zu jedem Objekt neu positionieren.
Überschreiten Sie nur keine Grenze – sonst stehen Sie alleine da.  „ein mensch allein kann es nicht ändern ... sie aber vielleicht dazu bewegen, das system und auch ihre eigenen werte ein klein wenig zu hinterfragen“Die dritte Produktion von Bankett ist ein Theaterabend als Ausstellung, unter deren Exponate sich das maß der dinge mischt:Adam und Evelyn verlieben sich im Museum.
Phillip und Jenny wollen unter Wasser heiraten.
Evelyn macht Kunst.
Und Adam wird scheinbar attraktiver.


Krõõt Juurak/Wiener Tanz und Musik Bewegung/ANIMAL SHOW

Animal Show is a performance and research project conducted by Krõõt Juurak and Alex Bailey which addresses non-human animals as the potential creators and recipients of performances. The performative capabilities of non-human animals, in particular those of house-pets, serve as a starting point for this project. Part of the research work involves creating performances that are meant solely for animal audiences. Part of the material will be created by cats. The final performance will be performed for human audiences who may however be addressed both as human and non-human animals.


Barbara Kramer/zweite liga für kunst und kultur/KRAMER GEGEN KRAMER (Arbeitstitel)

kramer gegen kramer ist ein stand-up comedy-Programm über die Faszination an der Metapher des AUFSTANDS. 'Aufstehen, sich erheben' sind Konzepte, die gleichzeitig körperlich und politisch gedacht werden. Eine mechanische Änderung der Position, die eine völlig neue Situation, neue Machtverhältnisse, neue Subjekte hervorbringt. Barbara Kramer (Langschläferin) ist dabei Austragungsort dieser Konzepte.

 

Eine Solo mit Musik von und mit: Barbara Kramer, Johannes Schrettle, Markus Steinkellner

Eine Produktion von zweite liga für kunst und kultur in Ko-Produktion mit dramagraz und Hundsturm Wien.


Hilde Dalik/Romeo und Julia freestyle

 

Jugendliche mit Fluchterfahrung im Alter von 16 bis 21 Jahren stehen gemeinsam mit professionellen Schauspielern (Alexander Pschill u. a.) auf der Bühne und interpretieren William Shakespeares Drama „Romeo und Julia“ neu.

Im Zentrum dabei stehen die persönlichen Geschichten der Darsteller, die mit dem Shakespeare-Stoff verwoben werden. Tanz (Breakdance, traditioneller afghanischer Tanz) und Gesang (afghanische Lieder, Rap, Poplieder) sind wesentliche Bestandteile der Inszenierung. Eine weitere wichtige Rolle der Aufführung spielt die Sicht dieser Jugendlichen auf Themen wie Liebe, Hass, Freundschaft sowie Gewalt zwischen Familien.  

 



JAHRESFÖRDERUNGEN 2015

 

An Kaler

Im Rahmen der Jahresförderung werde ich über das Jahr 2015 meine Arbeitspraxis vertiefenund gleichzeitig in einem Werkstattformatin einen Austausch mit anderen Künstler_Innen treten. Darüberhinaus wird eine (längerfristig angelegte) Aufführungsreiheinitiiert werden. Ausgangspunkt ist eine Recherche zu visuellen Strategien im Grenzbereich zwischen darstellender und bildender Kunst.

Bezugspunkt dieser Recherche ist das Still. Still leite ich aus dem Video als einer Sequenz von Einzelaufnahmen her. So verstehe ich auch meine bisherige Bewegungspraxis als ein Durchgehen durch mögliche Stills. Still beinhaltet für mich wesentlich das Verhältnis von Figur und (Um)Raum. Insofern geht es um Perspektiven, Raum, Rahmung – letztlich auch um das Verhältnis von Körper und Raum.


TWOF2 + dascollectiv 2015

Wir machen Performancekunst für junges Publikum, fördern und prägen diese als zeitgenössisches Genre. Auch 2015 werden wir unseren Stil mit neuen Projekten in die Vielfalt der Wiener Szene einfließen lassen und in ihr verankern. Außerdem internationale Kontakte weiter führen, im Rahmen von Kollaborationen mit Schweizer KünstlerInnen, sowie Gastspielen bestehender Stücke bei div. Festivals. Konzeption und künstlerische Leitung: TWOF2 (Maria Spanring u. Giovanni Jussi)/Produktion: dascollectiv


Daniel Zimmermann/nadaproductions/Bedrohte Menschliche Bewegungen (BMB)

Infolge der Industrialisierung der Lebenswelt gerieten viele 'vormoderne' Rituale und Zeremonien in Vergessenheit. Angesichts der negativen ökologischen Folgen unserer 'zivilisatorischen' Praxis wollen wir traditionelle Bewegungsformen erforschen, die einem Wissen entspringen, das sich aus sensibleren Zugängen zur Welt generiert.

Wir werden die erstaunliche Vielfalt dieser über Jahrtausende hin entwickelten Praktiken notieren, archivieren, und in neuen Kontexten fruchtbar machen.


Poelmann Micha/werk89

Das Theaterkollektiv werk89 hat sich als Plattform für und von jungen aufstrebenden

KünstlerInnen und Theaterschaffenden mit gesellschaftskritischem und politischem

Anspruch gegründet.

2015 wird werk89 seine Linie gesellschaftspolitisch aktuelle Themen auf

unterhaltsame und transdisziplinäre Weise aufzubereiten fortsetzten. Dabei liegt das Hauptaugenmerk darauf, politische Bildung einem breiten, jungen Publikum

näher zu bringen.

www.werk89.com


Arbeitsplatz

Arbeitsplatz is an initiative of 4 Vienna-based groups of artists in the fields of dance and  Performance consisting of Kunstverein Archipelago, Kunst- und Kulturverein Raw Matters,  Visitores - Verein zur Projektion künstlerischer Ideen, und Doris Uhlich/ Insert Theaterverein.  Our aim is to establish a working place that can strengthen the communal aspects of often very solitary work, by sharing and opening up a new rehearsal, office and storage space, resources and knowledge.  We see Arbeitsplatz as a space that offers a base not only to the core groups but also as a place that might provide structural support to other artists as well as to one creator in the need of a workspace, either fresh out of school or new in the field of dance and performance in Vienna. With Arbeitsplatz we are proposing a way to challenge the current formats and conditions of work through a decisive act of collective will, uniting around a structural and social, rather than an artistic or aesthetic goal.


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