Kuratorium Theater, Tanz, Performance

Ausführungen der Gruppen zu ihren Projekten im Herbst 2013:

 

Faimme/KEIN LICHT/Elfriede Jelinek, Sprechoper

Prolog

Elfriede Jelinek Stimme

Kein Licht

Ronja Jenko, Eva Kessler, Mona Kospach, Gina Mattiello, Michaela Purgstaller, Ninja Reichert und Werner Halbedl

Epilog

Libgart Schwarz Eine Trauernde

Ernst Marianne Binder, Jonas Kocher, Gina Mattiello Musikalische Konzeption

Ernst Marianne Binder Inszenierung/Raum

Jonas Kocher Musik

Vibeke Andersen Ausstattung

Geari Schreilechner Licht

Angela Bürger, Silke Felber Dramaturgie

Ohne dass die Worte Fukushima oder Atomkraft fallen, ist KEIN LICHT ein Geisterszenario nach dem Super- GAU, ein Beckett-haftes Endspiel, das abrechnet mit unserem bedingungslosen Glauben an die Beherrschbarkeit der Technik und in dem die Schreie der totgeschwiegenen Opfer gespenstisch widerhallen.


Jan Machacek/Normarena /Multimediale Performance

„Wir übernehmen Verantwortung, jawohl, aber nicht für uns, wir nehmen die

Verantwortung, aber die lassen wir nicht bei uns, hoppla, jetzt ist die über die Hecke

geflogen, die Verantwortung, jetzt ist sie umgekippt, in eine Ohnmacht hinein.”                

aus dem Text für Normarena von Gerhild Steinbuch

Männlich, weiß, heterosexuell – diese Eigenschaften scheinen noch immer die

besten Voraussetzungen für gesellschaftlichen Erfolg zu sein. 

In Normarena lehnt sich ein derartig privilegierter Akteur auf und startet den Versuch,

aus seinem goldenen Käfig zu entfliehen.  Der Medien- und Performancekünstler Jan Machacek schafft in Normarena eine spektakuläre Versuchsanordnung: Der Schauspieler Max Mayer – in Wien aus Burgtheater und Schauspielhaus bestens bekannt – befindet sich in einer

transparenten, rotierenden Apparatur. Die Performance-Maschine auf der Bühne wird

zum Projektionsraum für das komplexe und unsichtbare System aus Normen und

Zuschreibungen, dem sich jeder Mensch ausgesetzt sieht. Der Akteur von

Normarena jedoch startet eine Rebellion gegen seine Normalität, die ihn privilegiert

und funktionieren lässt. 



An Kaler

Contingencies öffnet die bisher entwickelte physische und kreative Praxis für eine Gruppe neu hinzukommender Performer_Innen – untersucht werden die Grundlagen und Gemeinsamkeiten, um davon ausgehend unterschiedlichen Ansätzen und Ausformungen der Beteiligten zu folgen. Im Anschluss an die Serie ›On Orientations‹, die unterschiedliche Arten von Orientierung untersucht befasst sich Contingencies mit den conditions, den Vorbedingungen im Verhältnis von Raum zu Körpern, Körpern zu Räumen. Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit performance oriented architecture, als Architekturen, die ein performatives Potential verkörpern/enthalten.


Bermoser Martin/Aggregat Valudakis

Bulgakow´s Meister und Margarita wird durch Aggregat Valudskis zum „Variété Volant“ oder „Der Teufel rennt immer schneller.“ Wir behaupten drei Hauptfiguren; Pontius Pilatus, Jesus Christus und den Teufel, deren Diskrepanz die Inszenierung bestimmen werden. Wir, die Spieler, bespielen das Variété, in dem alles möglich und vieles unwahrscheinlich zu sein scheint. Der Teufel kommt über uns. verführerisch und unerwartet. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Publikum durch die skurrilen Welten des Romans zu gleiten, indem wir mit minimalistischen Mitteln eine unter die Lupe genommene Realität erschaffen, böse und aberwitzig, herzlich und abgrundtief.


BU! united sorry/The forest project

united sorry asked a younger generation of choreographers and dancers to join them in transforming a small forest valley in Peggau into their home. They will investigate the roles of horny fauns and sensorial nymphs, as representations of male and female sexuality in a natural environment, separated from the social order and habits of city life. They will host a sensorial event , in which the audience will journey through different phases of perceiving their erotic relationship towards the forest. This site specific work is part of steirische herbst 2013. In december they will translate this event in an indoor version, specially made for the stages in the theatre. This indoor version will premiere on the stage of theatre Brut ( december 2013) The challenge is how to give the audience the same experience as in the forest and the question is how with minimal means and the help of visual artist Anke Philipp we  transform the theatre in an organic archaic landscape, where the fauns and nymphs still fit in with their songs, dances, emotional eruptions, and meditative reflections. How much imagination do the performers and audience need to make the magic of a forest at sunset happen again? The two musicians Martin Siewert and Steve Heather, who had to play unplugged among the trees in Peggau, can use their electronic devices now, to get us in a forest groove. A big task for the sunset is the responsibility of the light designer Sabine Wiesenbauer.


FeinSinn

Computerbasierte Kunst zeichnet sich durch beliebige Veränderbarkeit, Interaktivität und Teilhabe des Rezipienten an der Konstruktion des Werkes aus.

[A]ura macht sich die neuen Formen der Kunstproduktion zunutze und vereint diese mit

dem Element der Reduktion. Der Zuschauer wird zum User und kann das entstehende

Kunstwerk beeinflussen. Die Aura eines Kunstwerkes verkümmert - laut dem Philosophen Walter Benjamin - durch technische Reproduzierbarkeit und zu große Nähe zum Betrachter. FeinSinn erforscht, ob durch zeitgenössische technische Möglichkeiten die Aura des

Kunstwerkes tatsächlich zerstört oder eine neue Aura des Geheimnisvollen und

Unerklärbaren geschaffen werden kann. 


Kunst – und Kulturverein Raw Matters

Der Raw Matters – Ein ungeschliffener Tanz- und Performance Abend bietet KünstlerInnen aus den Bereichen Tanz und Performance die Möglichkeit Ideen und Experimente vor Publikum zu zeigen. Im Zeitraum von September bis Dezember 2013, wird der Kinosaal des Schikaneders jeweils einen Montagabend im Monat zu einem Ort an dem nicht das fertige Produkt, sondern das Unfertige, Rohe und zugleich Fragile im Vordergrund steht. Jeweils 4 KünstlerInnen/ Gruppen aus dem In- und Ausland teilen sich einen Abend, wobei ihre Arbeiten im Anschluss bei Speis und Trank mit dem Publikum in ungezwungenem Austausch diskutiert werden können.


COMPAGNIE LUNA (Josef Maria Krasanovsky): WHERE ARE WE NOW? (Arbeitstitel)

Wir leben in einer Zeit in der alles funktionalisiert und rationalisiert wird. Das Denken, das Handeln, die Arbeit, Beziehungen – alles ist zweckgebunden. 
Dinge ohne klar ersichtliche Funktion irritieren und besitzen kaum Stellenwert. „Where are we now?“ skizziert einen umgekehrten Ansatz – der Abend frägt nicht nach Themen, Geschichten oder Inhalten, sondern richtet den Blick nach innen im wahrsten Sinn des Wortes: Was steckt in uns – willkürlich, spontan, sinnbefreit – , was kommt da aus uns hinaus – von innen - jetzt? Bei all den rationalen, funktionalen Konzepten kann man ruhig die Frage einmal umgekehrt stellen.


nadaLokal

Unser künstlerisches Interesse an dieser Veranstaltungsreihe im nadaLokal

liegt in der Frage, wie kann Kunst durch eine Erfahrung zwischen den Menschen

außerhalb vom regulierten Konsummarkt entstehen, außerhalb eines institutionellen 

Rahmens, in einem Schaufensterlokal eines ehemaligen Zuckerbäckergeschäfts im 15.Bezirk.

Pro Jahr sollen ca. zehn Veranstaltungen im nadaLokal und drei davon im Rahmen

von Künstlerresidenzen, stattfinden. Die Reihe der kuratierten öffentlichen

Momente mit KünstlerInnen aus der Performance-, der bildenden Kunst, Fotografie,

Architektur, Film und Musik, die 2009 begann, wird fortgesetzt und stellt

aktuelle kritische Positionen interdisziplinärer Gegenwartskunst zur Diskussion.

2013 haben wir die Reihe L.S.D.- Let`s Share Dances lanciert, 2014 soll

das Projekt Communal Curatorship starten. Unser Ziel bleibt, einen lebendigen Kulturplatz im Bezirk anzubieten sowohl für AnrainerInnen als auch für international tätige Kunstschaffende. Einen Ort, an dem Menschen einander treffen, sich austauschen, diskutieren und forschen. Einen Ort, an dem verschiedene Sparten der Kunst in Dialog treten.


Theater Montagnes Russes/Das Märchen vom alten Mann

(nach Motiven von Hans Christian Andersen und Georg Büchner)

Ein alter Mann taucht plötzlich in der Welt einer Familie auf. Es beginnen

sich immer mehr seltsame Dinge zu ereignen, welche die wohlgeordnete

Welt gehörig durcheinanderwirbeln. Schon bald ist klar: Die Reise des alten

Mannes hat nicht zufällig an diesen Ort geführt. - Eine poetische und musikalische Reise durch die Phantasie, in der von Träumen, Wünschen und Erinnerungen erzählt wird und sich den Themen von Vergänglichkeit, Verlust und Einsamkeit angenähert wird.


theaterfink

In unserem neuen Programmzyklus Von Großkopfade und Sacklpicka bleiben wir unserem Motto treu und machen nicht einfach Straßentheater. Auf der Landstraße, da gibt´s a Hetz! ist ein Streifzug durch das Wien im Biedermeier. Dieses Stationentheater im öffentlichen Raum führt auf den Spuren historischer Kriminalfälle zu authentischen Schauplätzen. Nicht nur ein Mord wird geklärt und ein fragwürdiges Vergnügen der Wiener Gesellschaft beleuchtet – das Hetzamphietheater unter den Weißgerbern – auch Kuppelei, Ausbeutung und ein Finanzskandal um ein großes Bauprojekt, spielen eine Rolle.


Theatergruppe ISKRA/Nika Sommeregger

Was macht man, wenn... Ratschläge für den kleinen Mann  von Peter Turrini 

Ich war halt ein dicker Bub und ich habe schon ganz früh trainiert, auf blöde Bemerkungen zu reagieren. Wenn es zum Beispiel hieß: "Na, der Blade, der wird sicher Fleischhauer!", dann habe ich getan, was ich auch im Buch empfehle. Ich habe gesagt:"Sie irren sich, mein Herr!" (Peter Turrini)

Was macht man, wenn einem ein Löwe auf dem Zebra(!) streifen begegnet? Soldaten auf dem Dach sitzen? Was tun, wenn man zum Essen eingeladen wird und das Essen grauslich ist? Was macht man, wenn man von einem Erwachsenen Blödmann geschimpft wird? Und was tun, wenn man nicht mitspielen darf? Hintergründige Geschichten vom großen Peter Turrini für den kleinen Mann; Auf der Bühne: 2 Schauspieler, 48 Objekte, 7 Instrumente.


Violet Lake Verein / Michikazu Matsune

Das Projekt Crash!!! umfasst zwei Teile, die beide im Weltmuseum Wien

realisiert werden: Einerseits die Bühnenarbeit „Night Will Come“, die eine poetische Welt in

einem Dämmerzustand untersucht - zwischen Licht und Dunkel, Klarheit und

Unschärfe, Gewohntem und Unbekannten. Die Arbeit wird von ImPulsTanz im

Rahmen einer Reihe von Culture-Crash-Kooperationen zwischen asiatischen und

westlichen KünstlerInnen mit dem Titel „East West Meetings“ präsentiert.

Andererseits die Performancearbeit Buydentity Unkown, die im Rahmen der

Ausstellung „Getanzte Schöpfung“ gezeigt wird und unser alltägliches

Konsumverhalten in Zeiten des Unfair-Trades im Sinne von Kauf ist Raub

hinterfragt.


 

 

 

 

 


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