Kuratorium Theater, Tanz, Performance 2009-2011


Andrea Amort

ist Tanzkritikerin, Tanzhistorikerin, Dramaturgin, Festival- und Ausstellungskuratorin, Sachbuchautorin. Sie studierte modernen Tanz und klassisches Ballett bei Erika Gangl und Andrei Jerschik in Linz und Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Dr. phil. (Dissertation: Die Geschichte des Balletts der Wiener Staatsoper 1918–1942). Von 1981 bis 2009 war sie Tanzkritikerin und zeitweise auch Redakteurin und stellvertretende Kultur-Ressortleiterin der Wiener Tageszeitung Kurier. Anhaltend schreibt sie für internationale Medien und Fachzeitschriften. Nach Beendigung ihrer Lehrtätigkeit an der Anton Bruckner-Privatuniversität in Linz wechselte sie 2004 an die Konservatorium Wien Privatuniversität. Sie hat Vorträge u. a. in London, Oxford und Paris gehalten sowie an der Universität Zürich doziert und an Film-Dokumentationen mitgearbeitet. Sie war Dramaturgin u. a. an der Deutschen Oper am Rhein und am Tiroler Landestheater sowie in Kooperation mit freien ChoreografInnen. Seit 2009 ist sie außerdem als Kuratorin für Theater, Tanz und Performance im Auftrag der Stadt Wien tätig. Ein Forschungsschwerpunkt neben den Bemühungen den künstlerischen Tanz als akzeptierte Kunst-Sparte zu etablieren ist der freie Tanz seit 1900 und die damit verbundenen gesellschaftspolitischen Entwicklungen, darunter die Vertreibung zahlreicher Tanzschaffender während der NS-Zeit. Tanz im Exil war der Titel einer Vortrags- und Performance-Reihe (seit 1998), in der oftmals die 1921 in Wien geborene, in Tel Aviv lebende Wera Goldman auftrat, aber auch andere Persönlichkeiten wie Gertrud Bodenwieser, Hilde Holger, Gertrud Kraus, Cilli Wang, Stella Mann und Magda Brunner-Hoyos thematisiert wurden. Der Tänzerin und Choreografin Hanna Berger galten spezielle Lectures, darunter auch bei der Wigman-Tagung in Dresden. 2001 gab sie die erste österreichische Tanzgeschichte österreich tanzt (böhlau) heraus, 2010 die erste Darstellung von Leben und Werk der Tänzerin und Choreografin Hanna Berger: Hanna Berger. Spuren einer Tänzerin im Widerstand (Brandstätter). Im Rahmen dieser Schwerpunktsetzung initiierte und kuratierte sie unterschiedliche Lecture- und Ausstellungs- bzw. Aufführungs- bzw. Festivalformate, darunter das 33 Veranstaltungen umfassende Festival Tanz vor 1938 – Tanz von heute (2008 im Wiener Odeon und an anderen Orten). Interdisziplinäre Projekte galten außerdem dem choreografischen Werk von Hanna Berger und Grete Wiesenthal. 2003 kuratierte sie zum 10. Todestag von Rudolf Nurejew eine Ausstellung im Österreichischen Theatermuseum und gab dazu das Buch Nurejew und Wien. Ein leidenschaftliches Verhältnis (Brandstätter) heraus.

Publikationen und Texte (Auswahl)
Andrea Amort: Aus Leidenschaft. 22 Jahre Szene Salzburg. Salzburg 1992.
Andrea Amort: Ausdruckstanz in Österreich bis 1938. In: Eine mitteleuropäische Bewegung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hg. von Gunhild Oberzaucher-Schüller. Wilhelmshaven 1992, S. 383–396.
Andrea Amort: Die Tänze der Verfemten. Gedanken zum Erbe des Ausdruckstanzes in Österreich anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus. In: ballett international/tanz aktuell 8–9/95.
Andrea Amort: 100 Jahre Moderner Tanz in Wien. Tanz Affiche 1998.
Andrea Amort: Die ganze Skala der Gefühle. Der Wiener Ausdruckstanz. 1908-1938. In: Kunst & Kultur in Österreich. Das 20. Jahrhundert, hg. von Barbara Denscher. Wien 1999, S. 38f.
Andrea Amort: Neuer Tanz in Österreich im Spiegel internationaler Vielfalt. In: Kunst & Kultur in Österreich. Das 20. Jahrhundert, hg. von Barbara Denscher. Wien 1999, S. 241ff.
Andrea Amort, Mimi Wunderer-Gosch (Hg.): österreich tanzt. Geschichte und Gegenwart. Wien, Köln, Weimar 2001.
Andrea Amort: Tanzkritik. In: Tanz, hg. von Sibylle Dahms in Zusammenarbeit mit Claudia Jeschke und Monika Woitas. MGG Prisma. Stuttgart, 2001, S. 24–28.
Andrea Amort: Ballett in Linz: zwischen Operetten-Aufputz und Eigensinn. In: Promenade 39. Das Landestheater Linz 1803–2003, hg. von Michael Klügl. Salzburg, Wien 2003, S. 239–254.
Andrea Amort: Rudolf Nurejew und Wien. Ein leidschaftliches Verhältnis. Wien 2003.
Andrea Amort: Als die Tanzwelt noch ganz war. Zum Wiener Stellenwert von Gertrud Bodenwieser, Gertrud Kraus und Hilde Holger. In: Wien, Stadt der Juden. Die Welt der Tante Jolesch, hg. von Joachim Riedl. Wien 2004, S. 336–338.
Andrea Amort: Künstlerische Migration statt politischer Emigration. Tanz in Österreich. In: Österreich 2005. Das Lesebuch zum Jubiläumsjahr. Bundeskanzleramt Österreich. Salzburg et al. 2004, S. 210f.
Andrea Amort: Von der Präsenz expressionistisch Tanzschaffender im österreichischen Film. In: Filmhimmel Österreich. 100 Programme zur Geschichte des österreichischen Films von den Anfängen bis zur Gegenwart. II. Der große Krieg dauert. Wien 2005, S. 8–13.
Andrea Amort: Wiener Tanz im Exil. Plädoyer für die Einrichtung eines Tanzarchivs. In: Das Jüdische Echo. Europäisches Forum für Kultur & Politik. Vol. 55 (Oktober 2006), S. 182–187.
Andrea Amort: „Ich könnte mir eine moderne Tänzerin denken, die auf Krücken tanzt.“ Anmerkungen zum Paradigmenwechsel im künstlerischen Tanz am Beispiel des Tanzprogramms im Wiener Theater & Kabarett Fledermaus von 1907 bis 1913. In: Fledermaus Kabarett 1907 bis 1913. Ein Gesamtkunstwerk der Wiener Werkstätte. Literatur. Musik. Tanz. hg. von Michael Buhrs, Barbara Lesák, Thomas Trabitsch. Österreichisches Theatermuseum. Wien 2007, S. 137–153.
Andrea Amort: Aus der Gegenwart kann man sich nicht davonstehlen. Aspekte einer Standortbestimmung des freien künstlerischen Tanzes in Wien. In: gift. zeitschrift für freies theate (07-09/2007), S. 38–42.
Andrea Amort: Die tanzende Straße. Zum "Festzug der Gewerbe" von Rudolf Laban 1929 in Wien. In: Christian Dewald (Hg.): Arbeiterkino. Linke Filmkultur der Ersten Republik. Wien 2007, S. 53–65.
Andrea Amort, Richard Schweitzer: Studie im Auftrag des Landes Vorarlberg. Erstellung einer Evaluation und eines Perspektiven-Katalogs zur Förderung der zeitgenössischen Tanzszene in Vorarlberg (Herbst 2007), 21 Seiten.
Andrea Amort: Im Miteinander. Tanz von und für junges Publikum. In: Theater für junges Publikum. Szene Österreich von Bregenz bis Wien, hg. von Rainer Mennicken und Stephan Rabl. Im Poderwil 2008, S. 24–27.
Andrea Amort: Die Form-Finderin, die nichts dem Zufall überlässt. Traude Kossatz im Gespräch mit Andrea Amort. In: Figurentheater Lilarum Traude Kossatz Puppen und Bühnen. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Theatermuseum. Wien 2009. S. 15ff.
Andrea Amort: Stampfen, Wirbeln, wildes Trommeln. Zur Rezeption der Ballets Russes in Wien - Stationen von 1909–1933. In: Schwäne und Feuervögel. Die Ballets Russes 1909–1929. Bildwelten in Bewegung. Berlin 2009, S. 140–151.
'Andrea Amort: Annäherung an die (Bühnen-) Glückseligkeit er Grete Wiesenthal anlässlich der Neueinstudierung originaler Tänze in Wien 2007/08. In: Mundart der Wiener Moderne. Der Tanz der Grete Wiesenthal, hg. v. Gabriele Brandstetter und Gunhild Oberzaucher-Schüller. K.Kieser Verlag 2009, S. 263–273.
Andrea Amort: Free Dance in Interwar Vienna. In: Interwar Vienna. Culture between tradition and modernity. Eds. Deborah Holmes and Lisa Silverman. Rochester, New York: Camden House 2009, S. 117–142.
Andrea Amort: Hanna Berger. Spuren einer Tänzerin im Widerstand. Wien: Christian Brandstätter 2010.

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